new year trip 3
10.02.2008
Kunming 7:10 Uhr, ich sitze im KFC am Flughaven. Chinesische Neujahrsmusik nervt unheimlich, ich bin dankbar fuer meine Schalldichten Ohrstoepsel und eigene Musik. Was war ?
Do (7.Feb.). Entspannter Tag in Lijiang. Streifzuege durch die Altstadt. Lijiang ist die “Hauptstadt” der Naxi-Minderheit. Neben der farbenfrohen Tracht (der Frauen) ist noch zu bemerken, dass hier ein MAtriarchisches System vorherrscht, was soviel bedeuted, dass die Frau die zentrale Rolle im Gesellschaftlichen Leben einnimmt. Entsprechend geht es im Family-Guesthouse “Mama Naxi” zu. Dort angekommen verliert man jegliche Kontrolle ueber die Reiseplanung. Any Question? – Ask mama. pay? – pay mama usw. jegliche Antwort des personals endet mit dem M-wort. Der “baba” tritt nur als Ticketvermittler in Erscheinung. Am Freitag morgen (8.Feb) hat man uns also einen Kleinbus zur Tigerschlucht (zum Spottpreis, versteht sich) organisiert.
Bevor es losgeht schnell noch leckere bana-pancakes (wie Fastnachtskuechle mit Bananen belegt) fruestuecken. In eigenwilligem Englisch sorgt mama dafuer, dass wir zuerst zu essen bekommen, indem sie anderen Gaesten die pancakes mit den Worten: “no, no, tiger-people first, tiger people eat!”aus der Hand reist. Wir, eine lose Gruppe von 7 Leuten, werden in einem kleinbus nach Qiatou gebracht. Dort startet ein wundervoller Trekking-Pfad in die Tiegerschlucht. Umgeben von 5000ern (man spuert die naehe zum Himalaya) hat der Jinsha Fluss, ein Yangzi-Zufluss eine tiefe Schlucht gegraben. Die ersten 3 Stunden geht es steil bergauf: Ein schmaler, sandig, steiniger Hoehenpfad, von dessen steil abfallenden Flanken das Rauschen des Wildwassers wiederhallt. Das Panorama ist so gigantisch, dass es sich natuerlich nicht auf ein Photo bannen laesst. Weitere 2 Stunden strammer Marsch und wir erreichen Halfway Lodge ein wunderschoen gelegenes Guesthouse mit warmer Dusche, leckerem Essen und einem Zimmer, von dessen Terasse man einen wunderschoenen Blick auf riesige Felswaende geniesst. Fuer alles zusammen gibt man hier knappe 5 Euro aus.
Am Sa (9.Feb.) starte ich etwas frueher, da ich im Gegensatz zu Chris (Kan.) und Gerome (Fra.) die ich tags zuvor kennen gelernt habe, nur noch diesen Tag in der Schlucht verbringen werde. Der Hahn kraeht als ich mir noch schnell einen Kaffee und Pfannkuchen genehmige. Mit besten Wuenschen und der Mahnung vorsichtig zu sein verlasse ich die Halfway-Lodge-Familie. Als erster an diesem Morgen geniesse ich Gottes Schoepfung, speziell den Wasserfall, der sich direkt auf den Pfad ergiesst. Ich werde “pitschnass” jedoch durch den starken, boeigen Wind schnell getrocknet. Nach einer Stunde abstieg, kurz eine Cola bei Tina’s tanken und dann gehts weiter abwaerts zum Wildwasser der Schlucht. Dieser Pfad ist noch steiler, fuehrt an einer Felswand entlang ueber mehrere senkrechte Leitern in die Tiefe. Unten erwarten einen die Stromschnellen, die, obwohl der Jinsha zu dieser Zeit nicht besonders viel Wasser fuehrt, beeindrucken. Pfeile markieren den “Weg” zu mehreren grossen Felsbrocken, von denen man das Wasser hautnah erleben kann. Nach einem dieser Brocken ist auch die Schlucht benannt, ueber den , der Sage nach, ein Tiger gesprungen sein soll. Die letzten Meter fuehren ueber eine provisorische Holzbruecke, die man nur mit Fuehrer begehen darf. “Die” laesst auch nicht lange auf sich warten und nimmt 10 quai. Es lohnt sich. So nah haette ich mich nie ans reissende Wasser getraut. Wir klettern an einem Felsbrocken entlang, dessen 45 grad geneigte Oberflaeche 5m neben mir ins weise Wasser taucht. Aufstieg, Taxi suchen, auf halben Preis herunterhandeln (Ich muss dazu 6x desinteressiert weggehen). Zurueck in Qiatou habe ich grosses Glueck: der Fahrer muss direkt nach Lijiang weiter und macht mir einen guten Preis.
Zurueck bei mama naxi, schockt diese mich ersteinmal mit der Nachricht, sie habe kein! Ticket fuer den Uebernachtbus nach Kunming besorgt. Morgen sei die naechste Moeglichkeit. Als ich ihr klargemacht habe, dass mein Flug am naechste Morgen von Kunming nach Yichang geht, kann sie in letzter Minute noch auf wundersame Weise ein Ticket auftreiben. -T.I.C.- nichts ist sicher, alles moeglich. Essen, einen dicken Schmatz und ein paar Ratschlaege zum Schutz vor Taschendieben spaeter liege ich “seit and seit” zwischen zwei Chinesen im Schlafbus. Einer zeigt im Schlaf tendenzen mich abwechselnd zu umarmen und Ellenbogen oder Knie in die Seite zu druecken.
Ich bin froh, dass es es am naechsten Morgen (10.Feb.) im Flugzeug nach Yichang wesentlich entspannter zugeht.
23.02.2008 at 16:02
asiatische Abenteuer – will unbedingt mehr hören, spätestens, wenn du wieder da bist!
25.02.2008 at 23:51
bilder?