new year trip 2
07.02.2008
Der naechste Morgen beginnt hart. Ich stehe frueh auf. Das Hostel ist an ein Hotel angeschlossen. Dort kann man fuer 17 Yuan (1,70 EUR) Fruehstuecken. Kurz vor 6 ist das Fruehstuecksbuffet noch nicht geoffnet, also vetreibe ich mir die Zeit am Fluegel, der Hotellobby, der wunderschoen auf einer kleinen Insel, inmitten von Palmen postiert ist. Anschliessend versuche ich noch ein paar Bilder vom Instrument zu schiessen, benoetige dazu noch einen Schritt rueckwaerts und stehe ploetzlich in huefttiefem Wasser. Vom Personal unglaeubig beaeugt komme ich triefend aus der Lobby gestiefelt und trockne meine Sachen. Das Fruehstueck ist lecker, auch wenn es in nassen Schuhen genossen werden muss.
Weiter gehts: Bus-Suche. In China reist man in einer gewissen Abhaengigkeit: Man kann nichts lesen und “sprechen” ist gerade noch dazu zu verwenden, dass man jemanden klar machen kann, wann man wohin will. Also muss man eine Balance zwischen Vertrauen und Misstrauen finden, um moeglichst viel Hilfe in Anspruch zu nehmen, und gleichzeitig nicht ueber den Tisch gezogen zu werden.
Am Busbahnhof wimmelt es von “Helfern”. Spontan lasse ich mir ein Angebot vermitteln: Und verhandle noch ein wenig. Dann gehe ich zum Schalter und merke, dass ich schonmal nicht schlecht liege. Zumindest deutlich unter dem offiziellen Preis. Also kurz einkaufen gehen und ein Hotel-WC aufsuchen (mist. auch hier nur Stehklos). 10 vor 9 bin ich wieder am Busbahnhof und suche meine Vermittlerin auf, die irgendwo unauffaellig rumsteht. Um 9 faehrt der Bus. Also schnell. Entschuldigend bemerkt Sie, dass mein Bus leider schon weg ist. Aber sie setzt sich voll ein und 5 minuten Spaeter werde ich in aller Eile in einen Bus gedrueckt. Nochmal kurz verhandeln und dann bin ich drin. Ich schaue mich um und merke: ich hab einen Schlafbus erwischt. 35 Betten in einem Bus. entsprechend eng geht es zu. An ausstrecken ist nicht zu denken. Gluecklicherweise ist er nicht voll und nur von absolut netten Fahrgaesten besetzt.
Die Fahrt wird herrlich. Sonne, blauer Himmel, Berge, Taeler, Reisterassen.
2 junge Muetter mit 3! Kindern nehmen mich quasi in die Familie auf und fuettern mich durch: Zu Beginn eine Hand voll Suessigkeiten dann suesse und gleichzeitig stark gesalzene Orangenschalen, Brot (natuerlich weissbrot, suess).
Mittags machen wir rast. Neugierig schaue ich mir das Restaurant an und werde sofort von einer der Muetter gefragt, ob ich mitessen will. -Klar, super- Natuerlich habe ich fuer diesen absoluten Hoehepunkt des Tages meine Kamera im Bus gelassen. Zunaechst suchen wir uns im Becken hinter dem Restaurant, wo bereits die Kinder froehlich mit den Fischen spielen (fangen (mit Hand), hochwerfen und ins Wasser plumpsen lassen) einen Dicken Karpfen aus. Gute Wahl, der Brocken zappelt kraeftig. Dagegen hilft in wuchtiger Wurf in den Dreck. Der Fisch ist gewaehlt und wir gehen weiter in einen Raum mit Regalen voller frischer Zutaten: Pilze, Flusskrebse, Tofu und zig Gemuesesorten. Natuerlich werde ich gefragt, was ich davon gerne esse. “Tss..mh..natuerlich esse ich alles”. Zugegebenermassen warte ich in leichter gespanntheit auf das Essen. – Es war wirklich sehr gut, aeusserst frisch und vielfaeltig.
Bei der weiterfahrt unterhalte ich mich noch ein wenig mit den Kindern und jetzt erst stellt sich heraus, dass das Paerchen, das hinter mir liegt englisch spricht. Ausser mir sind noch 3 Norweger im Bus, die wie ich das Mama Naxi Guesthouse gebucht haben.
Um 17:00 kommen wir in Lijiang an. Das Guesthouse liegt mitten in der Altstadt. steinerne Gassen und Holzhaeuser. Wunderschoen und pittoresque. Kleine Kanaele und Brueckchen, Holzstege zu den Hauseingaengen. Einer dieser Eingaenge wird aufgeschoben und ”a bunch of Laowais” empfaengt uns im Aufenthaltsraum. Typisch fuer einen Lonely Planet Geheimtip. Das Haus hat 2 Innenhoefe , die von Schlafraeumen umgeben sind. Wir bekommen einen Tisch zugewiesen und es gibt erstmal was zu essen: Fleisch. Schwein, Huhn, Rind, mal knochig, mal mager, mal fettig dazu Reis, Gemuese, Wachteleier. Wahrscheinlich waere es endlos so weitergegangen, haetten wir der “mama” nicht irgendwann einhalt geboten.
Anschliessend kurz ausruhen. Abends gibt es eine Neujahrsparty mit Fruechten und Gebaeck. Die Party wird angeheizt, indem jedes Land ein Lied anstimmen muss. Es funktioniert wunderbar und wir hoeren Lieder aus China, Korea, Deutschland, Amerika England, Israel, Kanada und Polen. (Die Norweger habe sich scheinbar verzogen).
Die Chinesischen Knallzeremonien in Lijiang kann ich nicht mehr mitnehmen, da ich ins Bett und eine leichte Erkaeltung kurieren muss.
07.02.2008 at 20:53
was hast du denn für ein lied beigetragen – ich hoffe doch so einen klassiker wie “nun gehören unsre herzen ganz dem mann von golgatha”?
08.02.2008 at 23:05
Hey Wenzel´´´Repekt!!Wie du dich dort “durchschlägst”
-immer wieder nett was zu lesen. =ERFRISCHEND=
Gruß dein Bruder
08.02.2008 at 23:49
geht mir auch so( siehe Wieland)_ schön auf diesem Weg auch immer wieder Lebenszeichen zu erhalten
ich wünsch dir eine wunderschöne Reise& Bewahrung!!
lg